Wofür sind negative Gefühle gut?

Auch negative Gefühle haben von Natur aus einen Sinn. Sie sollen uns von etwas abzuhalten, was uns in Gefahr bringen würde oder einfach nicht gut tut. So erinnert uns Hunger daran, dass wir etwas essen sollten, wenn wir nicht unserem Körper schaden wollen. Oder das unangenehme Gefühl von Einsamkeit bringt uns vielleicht dazu, dass wir wieder Kontakt suchen.

Da diese unangenehmen Gefühle einen positiven Zweck erfüllen, macht es auch keinen Sinn, gegen sie anzukämpfen. Vielmehr ist es hilfreich, das zugrunde liegende Bedürfnis zu erkennen und zu erfüllen. Denn dann löst sich das negative Gefühl sofort auf und wir bekommen stattdessen angenehme Belohnungs-Gefühle.

Wenn wir uns also einsam fühlen und deshalb am Abend Freunde besuchen, bekommen wir sofort positive Gefühle wie Verbundenheit, Verstandenfühlen oder Gemochtwerden. So möchte unser biologisches System uns motivieren, alle unsere angeborenen Bedürfnisse zu erfüllen und dadurch in letzter Konsequenz unser Überleben zu sichern.

Da wir aber in der Regel alles haben, was wir zum Überleben und zum Glücklichsein brauchen, benötigen wir selten tatsächlich negative Gefühle. Wir können also unser Leben aktiv verschönern, wenn wir uns bewusst machen, was unser Bedürfnis ist, und inwiefern es vielleicht schon längst erfüllt ist. So produzieren wir weitestgehend positive Gefühle.

 

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